It’s a jungle out there

Dschungle

Es gibt Gesichter, in die ich blicke und ich wittere Geschichten. Und es gibt den Dschungel da draußen und dort treffe ich Lou. Lou steckt voller Geschichten. Ich sehe es, noch bevor ich das erste Wort mit ihm gewechselt habe. Wäre Lou ein Aborigine, sein Giftpfeil hätte mich durchbohrt, noch bevor ich den Auslöser meiner Kamera hätte streifen können. Denn er hätte den doppelten Seelenfänger in mir erkannt und unschädlich gemacht: denjenigen, der mit dem Foto sein Ich jagt und jenen, der seine Geschichten will. Aber Fortuna ist mit mir, denn Lou ist Amerikaner – ich schieße schneller. Das Licht bricht durch das Blätterdach und fließt durch die Täler seiner Falten. Während Lous Landsfrauen Falten mit Botox den Bach abgraben, haben sich vierzig Jahre Reisen, eine Kindheit mit einem jazz- und alkoholsüchtigen Vater, eine turbulente Jugend in den 60ern und 70ern, zwei Jungs und die Sonne Santa Monicas in sein Gesicht geschrieben. Vielleicht waren es auch tausende von Filmen, die er gesehen hat. Später beim Bier werden wir seine handgeschriebenen Listen durchforsten, von Filmen, die er gesehen hat und zu sehen gedenkt. Für mich ist Lou eine Figur aus einem Coen-Film. Als Beichtvater nehme ich seine Geschichten mit ins Grab.

 

On the wrote again

RoadDie Straße ist für mich das, was für andere die Muse ist. Schreiben und Fotografieren kann man zwar auch zu Hause, aber gegen Ende des letzten Jahres haben mir schlichtweg die Gewürze (und auch die Lust) gefehlt. Mein Blog ist wie Schneewittchen in einen Schlaf gefallen. Reisen ist mein Prinz und wenn man ihn küsst, so wird nur selten ein Frosch daraus.