Die Hamsterhandlung

In meinen seltenen Momenten der Selbstreflektion frage ich mich, ob ich sie eigentlich noch alle am Christbaum habe. Eine langweilige Frage, kenne ich doch die Antwort. Nichtsdestotrotz finde ich es notwendig den Überblick über das Ausmaß gewisser Marotten zu behalten.
Mein Konsumverhalten jagt mir manchmal (oft) einen Schauer über den Rücken. Was sagt es über einen Menschen aus, wenn er sich die gleichen Schuhe zweimal kauft? So geschehen bei dem abgebildeten Paar. Vor mir selbst begründet habe ich den „redundanten“ Kauf, dass ich back-up shoes benötige. Alles andere wäre höchst fahrlässig. Wie man sieht sind die Schühchen eher fragil und zugleich finde ich sie großartig! Was wäre, wenn sich ein Riemen löst und schwupp-die-wupp würde ich mich schwarz ärgern, weil ich keine schönen bunten Schuhe mehr hätte. Also brauche ich noch ein Paar! Außerdem unterstütze ich dabei die lokale Wirtschaft und den kleinen Händler (vorgeschobenes Argument). Oh Mann… ist das jetzt vernünftig oder tendenziell verrückt? Da meine Oma (Nachkriegsgeneration) bei meiner Erziehung ihre Finger im Spiel hatte, frage ich mich, ob meine Hamsterhandlungen eine generationenübergreifende Mutation sind. Ich kaufe nämlich auch Stiefel und tolle Handtaschen in schwarzer und brauner Ausführung (Argumentation: Wann findet man schon mal elegante, schlichte Stiefel / Handtaschen??! Und wenn dieses Wunder geschieht, sagt mein innerer Anlageberater: strong buy! Außerdem müssen die Accessoires immer auf das restliche Outfit abgestimmt sein, deshalb verschiedene Farben.) Andererseits laufe ich ja nicht völlig verstrahlt über Gottes grüne Erde und bin mir bewusst, dass andere Leute nicht wissen, was sie mittags auf dem Tisch haben, wie sie Schulgeld oder andere Rechnungen bezahlen sollen und dann nehme ich mir fest vor, mich zu ändern. Bislang erfolglos. Ich kann halt nicht über Wasser gehen. Außerirdische Kräfte übernehmen beim Shopping die Steuerung.

4 Kommentare zu „Die Hamsterhandlung

  1. Sich Teile doppelt zu kaufen, die einem gefallen und/oder passen, ist ein vollkommen nachvollziehbares und wenig bedenkliches Handeln, sage ich! Menschen, die nicht wissen, was sie mittags auf dem Tisch haben, können das ja googeln. Man sollte sowieso nur Sachen essen, die man kennt.

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