There will be blood

Die Götter wollen: Blut, Gehorsam und Chillischokolade. Sonst gibt’s keinen Regen. Ich will: ein Sabbatjahr, eine Kälbersegnung und eine Robe von Oscar de la Renta. Sonst gibt’s keinen Nachtisch.

Hybris kann anstrengend und lächerlich sein. Irgendwie scheint es im Religionskontext aber immer jemanden zu geben, der sich bemüßigt fühlt, irrwitzige Forderungen zu erfüllen. So auch im Mayareich. Wenn man mehr als eine Person auf der Spitze einer Stufenpyramide sieht, dann stehen die Chancen auf eine rituelle Opferhandlung gut.

Mayablood

 

DSC07714

Als Mayakönigin durfte man zwar extravaganten Jadeschmuck tragen, aber der Pöbel wollte dafür Blut sehen. Um die Regengötter positiv zu stimmen, hatte die Queen sich eine stachelige Schnur durch die Zunge (!) zu ziehen. Das gewonnene Blut wurde auf Papierstreifen gesammelt und in Schalen verbrannt. Dem Gemahl kam die Aufgabe zu, sich sein bestes Stück mit Seeigel-Stacheln anzupiksen, um den Regengott bei Laune zu halten. Wahrscheinlich auch nicht angenehm, aber ich fühle eher mit der Königin, meine Mutter wurde mal von einer Biene in die Zunge gestochen – und das lehrte mich, dass die Zunge ein äußerst empfindliches Organ ist. Zudem ist meine Opferbereitschaft unterentwickelt, Königin wäre kein erstrebenswertes Berufsbild für mich gewesen. Einziger Wermutstropfen: Kein Jadeschmuck für Christine. Und beim Ballspielen hätte ich auch freiwillig verloren – denn der Gewinner hatte das Privileg sich opfern zu dürfen.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s