I never promised you a rose garden

Meine Schritte knirschen im Schnee, der den Friedhof bedeckt. Vor einem Grabstein stoppe ich. Mein Auge bleibt an der Inschrift hängen. Da steht: „Ich bin auch ein Vertriebener. nec temere, nec timide“

grab2

Ich muss schlucken. Der Verstorbene ist aus Danzig. Oder war es. Nec temere, nec timide – weder unbesonnen noch furchtsam. Das ist der Wahlspruch der Freien Stadt Danzig. Der, der hier ruht, wurde von der Roten Armee aus seiner Heimat vertrieben. Und das hat ihn offenbar bis in den Tod nicht losgelassen. Gegen Kriegsende sind zahlreiche Flüchtlingstrecks zwischen den Fronten aufgerieben worden. Wenn jemand das Vertreibungsschicksal auf seinen Grabstein prägen lässt, hat er wohl nie wieder eine Heimat gefunden.

grab3

3 Kommentare zu „I never promised you a rose garden

  1. Vertreibung ist Völkermord auf Zeit, noch grausammer als Mord, denn man muß ein Leben lang mit ansehen wie die Heimat vergewaltigt wird.

    1. It must be hard for them. I hope that the generation of their children can overcome it and find peace. Home is also a mental place, at least from my point of view. It may be the people you love and a mental place to rest.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s