Der Sportteil [ich hab Ehrfurcht vor eisgrauen Schläfen]

Fußball lässt mich kalt. Was für eine törichte Aussage. Dass die Realität einen schneller einholt als man P-o-d-o-l-s-k-i buchstabieren kann, weiß ich spätestens seit meiner Begegnung mit Carlos Valderrama. Auch wenn es für mich der absolute Albtraum wäre, in einen häßlichen Fan-Schal gewandet die schweiß- und testosterongetränkte Atmo der Fankurve zu inhalieren, am Hals womöglich noch eine Flasche Schultheiss oder ein gruseliges Hertha-Tattoo (oder beides) – so bin ich um so fröhlicher, wenn ich an einem schönen Sonntagmorgen erwache und nichts von dem wahr ist. Mit dem Zwitschern der kleinen Vöglein im Ohr, frisch gestriegelt und mit aufgeräumten Gedanken kann man dann schon mal einen Blick in den Sportteil der Süddeutschen oder FAZ riskieren. Die Sportjournalisten der Süddeutschen sind nämlich exzellente Schreiber, da gibt es nix. So mancher Feuilleton-Heini könnte sich da mal eine Scheibe abschneiden. Außerdem finde ich, dass man in allen Lebensbereichen grundsätzlich informiert sein sollte. Und dazu gehört eben auch Fußball. Man muss es ja nicht gleich übertreiben.

Seit gestern steht die deutsche Fußballwelt Kopf, weil Schweinsteiger zu Manchester United wechselt. Huhuhu in München. Die Isar, ein Tal der Tränen. WoooHooo stattdessen in Berlin. Denn ich blicke im Sportteil auf das aktuelle Foto des Herrn Schweinsteiger (geschossen von Niko Schmid-Burgk). Schon lange habe ich keinen Mann mehr gesehen, an dem eisgraue Schläfen so gut ausschaun wie an Bastian Schweinsteiger. Er sieht geradezu klassisch aus, sehr fesch, vielleicht weil er noch recht jung für graue Schläfen ist, wirkt das Ganze ziemlich interessant – als Kontrast sozusagen. Gut, dass Foto wurde auch von einem versierten Fotografen gemacht; aber trotzdem. Früher fand ich Schweinsteiger ausgesprochen unattraktiv, die blondierten Haare, der Pennälerhumor und dann halt noch der unsympathische Bayern-Verein. Aber heute, schau mal einer an. Ein weiterer Pluspunkt: die sexy Narbe am Schlüsselbein und keine ordinären Tattoos, soweit ich weiß. Das hat sich wohl auch die Chef-Einkäuferin in Manchester gedacht und ein paar Millionen nach München transferiert. Die Tatsache, dass er ein ausgezeichneter Spieler ist, dürfte dann das rationale Argument für den Club geliefert haben. Was soll ich sagen? „Ich hab Ehrfurcht vor schneeweißen Haaren“ 🙂

 

4 Kommentare zu „Der Sportteil [ich hab Ehrfurcht vor eisgrauen Schläfen]

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