Gepflegte Unterhaltung: Prof. Dr. Hartmut Fladt

Als ich nach Berlin gezogen bin, dachte ich, dass das Radioprogramm nur aus Gregor Gysi-Monologen besteht. Ich weiß: Manchmal bin ich rührend beschränkt. Nach einer Weile bin aber auch ich auf „radioeins“ gestoßen. Wahrscheinlich hat mich der Claim des Senders „Nur für Erwachsene“ zunächst einmal abgestoßen. Ich finde, dass das so nach Altherrenwitz klingt – denn wesentlich schlimmer als ein Gysi-Monolog wäre ja ein Brüderle-Stream. Glücklicherweise gibt es bei radioeins dergleichen nicht, sondern gar herrliche Formate, bei denen zumeist unterhaltsame und schlaue Menschen zu Wort kommen. Wenn die Personen dann noch etwas irre sind, so wie Prof. Dr. Hartmut Fladt, finde ich die Sendung höchst formidabel. Ohne seine großartigen und schrägen Musikanalysen wäre mein Leben ein wenig weniger bunt. Der Musikwissenschaftler Prof. Fladt wird „ob seiner bestialischen Intelligenz nicht nur oft als Gutachter herangezogen“, sondern ich denke, dass er auch in einem Film der Coen Brothers eine gute Figur machen würde. Seine Haartracht erinnert mich stark an die von Javier Bardem aus „No country for old men“. Wesentlich interessanter als das, was sich auf dem Kopf von Prof. Fladt abspielt, ist jedoch was unterhalb der Schädeldecke vorgeht. Wer auch einmal an den Perlen seiner Weisheit naschen möchte, dem lege seine Musikanalysen ans Herz.

 

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