De Stijl

Stil ist eine ziemlich undemokratische Angelegenheit. Man hat ihn oder man hat ihn nicht. Leute mit Stil kreieren einen eigenen Look intuitiv, mühelos. Das was sie tragen, sieht an jedem anderen lächerlich aus, aber zu ihnen passt es wie die Faust aufs Auge. Stil hat nichts mit Mode zu tun, nichts mit Geld und rein gar nichts gefällig sein. Stil kommt lässig daher, eigenwillig. So wie dieses Kind. Was für eine tolle Kombination – die giftgrünen Boots, der graue Tüllrock, die Leojacke und die wilden Haare. She got de Stijl. Eine Niederländerin halt. Und wer jetzt entgegnen möchte, dass die Mutter sie bestimmt angezogen hat – forget it, nicht dieses Kind. Ich habe in dem Alter auch nicht das angezogen, was meine Mutter wollte – da setzt man sich ab 4 konsequent durch, wenn man eine Idee hat was man mag.

Horowitz ist eine Seezunge

Foto © Hans Hillewaert

Ich kann meinen Blick nicht von seinen Händen nehmen, die flach wie Rochen über das Klavier fließen. Vielleicht sollte ich statt Rochen besser Seezungen sagen, denn dies war die Speise, von der sich Vladimir Horowitz hauptsächlich ernährte.

Die Seezunge ist ein rechtsäugiger, sehr flacher Fisch – beide Augen liegen auf der rechten Körperhälfte. Ein Zauberfisch. Ein Verwandlungskünstler. Ein Seher. Und Horowitz‘ Seezungen-Hände sehen auf den weiß-schwarzen Tasten mehr als andere Pianistenhände und schwimmen mit kleinsten Bewegungen scheinbar mühelos durch Untiefen. Dort unten, am Grund, wo es sehr kalt ist, fördern sie etwas zutage.

Was kann der Mensch vom Leben erfahren? Was kann er wissen, empfinden? Und weit interessanter: Kann er ausdrücken, was er in sich gefunden und in der Musik erkannt  hat, so dass es für andere ein neues Fenster öffnet? Er kann. Horowitz kann. Der alte Horowitz erzählt auf seinem Steinway auf subtilste und unprätentiöse Art, was der Mensch nach einem langen Leben zu wissen und zu fühlen vermag. Wenn es so etwas wie Schönheit gibt – so klingt sie für mich: Impromptu Ges-Dur Op 90/3 d 899, Franz Schubert, gespielt von Vladimir Horowitz. Niemand, wirklich niemand hat dieses Stück für meine Ohren je so sublim interpretiert wie Horowitz. Selbst der von mir geschätzte Alfred Brendel kann ihm bei diesem Impromptu nicht das Wasser reichen. Brendel hat einmal gesagt: „Musik kommt aus der Stille und führt in die Stille.“ Das Pianissimo von Horowitz ist der beste Beweis dafür.

Quelle: oben abgebildetes Titelfoto Seezunge: © Hans Hillewaert, Creative Commons-Lizenz

 

 

Wir sind gleichsam Zwerge

Auch wenn ich die Perspektive des Fotos mag, so heiße ich das Abgebildete nicht gut. Denn auf den Rücken eines Elefanten gehört kein Mensch – diese Tiere sollen nicht domestiziert werden. Die Elefanten werden als „Taxis“ missbraucht, die Touristen zum Fort hoch und runter tragen müssen. Sehr stumpfsinnig. Wenn man die Augen dieser Tiere betrachtet, so sehen sie unendlich traurig aus. Und irgendwie sind die Ohren auch zerfleddert – die Haut ist halt ein Spiegel der Seele. Angemalt werden sie ja auch noch:-(

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In freier Wildbahn beobachte ich sie so gerne. Vielleicht kann Ganesha ja was für die gefangenen Elefanten tun.

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Die Frau ist launisch

La donna è mobile
Da hat Giuseppe uns aber tief hinab ins espressoschwarze Herz geschaut. Meins schlägt gerade für diesen Schuh. Göttlich, diese kleine Skulptur.

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