De Stijl

Stil ist eine ziemlich undemokratische Angelegenheit. Man hat ihn oder man hat ihn nicht. Leute mit Stil kreieren einen eigenen Look intuitiv, mühelos. Das was sie tragen, sieht an jedem anderen lächerlich aus, aber zu ihnen passt es wie die Faust aufs Auge. Stil hat nichts mit Mode zu tun, nichts mit Geld und rein gar nichts gefällig sein. Stil kommt lässig daher, eigenwillig. So wie dieses Kind. Was für eine tolle Kombination – die giftgrünen Boots, der graue Tüllrock, die Leojacke und die wilden Haare. She got de Stijl. Eine Niederländerin halt. Und wer jetzt entgegnen möchte, dass die Mutter sie bestimmt angezogen hat – forget it, nicht dieses Kind. Ich habe in dem Alter auch nicht das angezogen, was meine Mutter wollte – da setzt man sich ab 4 konsequent durch, wenn man eine Idee hat was man mag.

5 Kommentare zu „De Stijl

  1. Der Knaller – und einmal mehr ist bewiesen: Es kommt nicht darauf an, was man trägt, sondern wie.

    Ich unterstütze übrigens deine These, dass nicht die Mutter das Kind eingekleidet hat, sondern die Kleine sich selber. Meine Mutter jedenfalls hätte mich so nicht mal im Dunkeln den Müll rausbringen lassen, sie hat immer sehr darauf geachtet, dass alles schön zusammen passt. Ich erinnere mich an eine sensationelles Color-Blocking-Outfit bestehend aus blauem Polo-Hemd, rotem Nicki-Pulli und grüner Jeans, das ich mir mit ca. 8 Jahren mal für ein Blockflöten-Vorspiel in der Grundschule zusammen gestellt hatte. Was war ich damit meiner Zeit voraus!! Meine Mutter hat tellergroße Augen gemacht als sie mich abends damit sah und völlig entgeistert gefragt, ob ich so zu meinem „Auftritt“ gegangen wäre.
    Und weil ich leider ein angepasstes Kind war, hab ich mich dann eher zurück gehalten. Hat trauriger Weise zur Folge, dass ich mir heute immer viel Mühe geben muss, um so auszusehen, als hätte ich mir ganz lässig drei Teile aus dem Schrank gezogen … bemühte Lässigkeit geht nicht gut zusammen 😉

    1. Sehr Avangarde, dein Blockflöten-Outfit, klingt erfrischend, wie ich finde! Schade, dass deine Mutter es nicht verstanden hat. Da sieht man: Kleidung sollte vor allem Spaß machen. Das Spiel mit Farbe, Form, Textur und Wirkung hat etwas sehr Kreatives. Man denke nur an Alexander McQueen. Ich liebe es vor allem Kleidung auf Reisen zu kaufen, das sind schöne Erinnerungen an eine spezielle Zeit und oft auch Ausdruck einer bestimmten Kultur und Geisteshaltung. Oscar Wilde hat’s beinnahe auf den Punkt gebracht: „Nur oberflächliche Menschen urteilen nicht nach Äußerlichkeiten. Das wahre Geheimnis der Welt liegt im Sichtbaren, nicht im Unsichtbaren.“ Ich würde ergänzen, dass man sich vom Urteil anderer frei machen sollte und seinen Instinkten folgt – die richtigen Leute werden das kapieren.

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