The world is not as scary as you think. Travel light!

You don’t need this. Or that. Forget about „what if“. The world is not as scary as you think. Today I decided to go to Mexico just with 1 carry-on-bag (& camera gear). I think this is one of my wiser decisions. It took me years to get to this point of reduction. How liberating not wasting any thought about lost luggage or carrying unnecessary stuff around. Thank you, Africa, for teaching me this lesson! Sawa-sawa:-)

I like your Style (II)

Wer sich es erlauben kann, sich die Haare abzurasieren und dann immer noch in der glücklichen Lage ist, fesch auszusehen, der (oder die) darf sich wohl als wirklich fotogen bezeichnen. Sorry Britney, bei dir hat’s damals nicht geklappt.

Polaroid – nimmer endet die Liebe

Krrrrrr – whorrrr, so klingt es, wenn ein Polaroid das Licht der Welt erblickt. Und dann gilt es nicht panisch die Nabelschnur zu durchtrennen, sondern das kapriziöse Blatt so schnell wie möglich in Dunkelheit zu bringen – damit es sich entwickeln kann. Licht tötet in den ersten Minuten des Polaroid-Lebens. Für den Entwicklungsprozess bedarf es Dunkelheit, zumindest im Jahr 2016. Denn Polaroid ist nicht mehr Polaroid, sondern eine Art Frankenstein.

Warum ich dem Sofortbild verfallen bin:

  • Es ist unberechenbar wie eine Diva. Man kann nicht vorhersagen wie die Chemikalien in Verbindung mit der Außentemperatur, den Lichtverhältnissen und den mechanischen Launen der alten Kamera zusammenwirken. Jedes Bild ist ein kleines Wunder.
  • Es entsteht in meiner Hand. Ich fiebere 40 Minuten beim Entwicklungsprozess mit. Wie warten aufs Christkind.
  • Ein Polaroid ist nicht reproduzierbar. Kein RAW-File, kein Negativ, nur ein Stück Papier in meiner Hand.
  • Es ist der Gegenentwurf zu dieser dümmlichen und nach Bestätigung-lechzenden Social Media-Welt. Ein Polaroid ist selbstbewusst und hat Klasse. Es braucht keine Likes.
  • Die Farben sind verträumt wie ein Rilke-Gedicht.
  • Es ist greifbar, unmittelbar und trotzdem fragil.
  • Als Reisender kann man Menschen eine Freude bereiten, indem man ihnen ein Polaroid schenkt.
  • Ein Polaroid ist mit einem echten Wert gekoppelt. Eine Filmkartusche kostet 20 Euro und hat 8 Bilder. Das heißt, man knipst nicht unflektiert durch die Gegend, sondern überlegt sehr genau, welches Motiv es wert ist. Anders als viele Leute es bei der Digitalfotografie machen.
  • Die Kamera ist so rudimentär, dass es einfacher nicht geht: ein Auslöser und Schluss. Das heißt, dass man für ein gutes Polaroid sehr kreativ sein muss. Nix für Pixelschubser, Technik-Pedanten und Photoshopper.
  • Ich mag das Geräusch, wenn das Bild ausgespuckt wird.

In meiner Handtasche führe ich eine Kiste mit mir, die aussieht wie kleiner Sarg. Nichts ist wie es zunächst anmutet – denn das Behältnis dient als Brutkasten für meine geliebten Polaroids. Betagtere Leser, die schon viele Sommer haben kommen und gehen sehen mögen sich fragen, warum ich so ein Getue mache und nicht einfach fröhlich mit dem Polaroid rumwedle und zusehe wie die Magie aus dem schwarzen Quadrat entspringt … so wie sie es in den 70ern oder 80ern getan haben? Ja, warum nur? Weil man 2008 ein modriges Grab für das schillernde und unberechenbare Polaroid-Sofortbild aushub. Und diese besondere Art der Fotografie wäre auch in den ewigen Jagdgründen verschwunden, wenn es nicht zwei Menschen gegeben hätte, die einen Frankenstein aus der Asche erschaffen haben. Und dafür bin ich Florian Kaps und André Bosman ziemlich dankbar.

Der Markt ist eine dicke, böse Kuckuck-Hure. Für die aufgeblähten Digitalfotografie-Küken sollten die kleinen Außenseiter-Polaroidvögel aus dem Nest geworfen werden. Sehr grausam. Es begab sich im Jahr 2004, als alte graue Herren entschieden, die Polaroid-Tochterfirmen, die Chemikalien für die Filmfertigung zulieferten, zu schließen. Der Plan sah vor, noch zehn Jahre lang Sofortbildfilme mit Restrohstoffen herzustellen und die Produktion langsam der sinkenden Nachfrage anzupassen. Es war aber nicht so, dass die Nachfrage schwindsuchtartig gegen Null tendierte. Der Verkauf lief weit besser als die Kaffeesatzleser prognostizierten. Somit wurden mehr Filme gefertigt und deshalb gingen die Rohstoffvorräte für die Filmproduktion schneller zur Neige als gedacht – nach vier statt nach zehn Jahren. Also sollte 2008 die letzte Polaroid-Filmfabrik geschlossen werden. Die befand sich in Enschede. Ausgerechnet Enschede.

Der Österreicher Biologe und Fotoliebhaber Florian Kaps stieg in sein Auto und fuhr in die Niederlande zum „Closing Event“ der Fabrik. Am nächsten Tag sollten die Maschinen zerstört und dem Vermieter eine leere Halle übergeben werden.

Doch auf dem Fest traf Kaps auf andere, die an Polaroid hingen, so wie André Bosman, Produktionsleiter von Polaroid. Sie waren sich einig: Sofortbildfotografie darf nicht sterben. Sie schlossen sich zusammen, nahmen noch ein paar alte Polaroid-Mitarbeiter ins Boot und mieteten die Halle, so groß wie zwei Fußballfelder, kauften zum Schrottpreis alles, was darin war, vom Schraubzieher über die Gabelstapler bis zu den Maschinen, und starteten das Impossible Project.

Impossible stellt keine Polaroid-Filme her, sondern macht neue Filme für alte Polaroid Kameras. Dadurch, dass die alten Chemikalien-Zulieferfirmen dicht gemacht wurden und einfach viel Know-how verloren ging, war es sehr schwer das „Reverse-Engineering“ der Filmherstellung ans Laufen zu bringen. Eine ganze Infrakstruktur musste neu aufgebaut und alte (nunmehr verlorene) Verfahren neu erdacht werden. Das heißt, dass die neuen Filme gewisse Einbußen im Vergleich zu den Original Polaroids haben. Sie sind dicker (in einer Kartusche sind nur noch 8 statt 10 Bilder). Wenn sie aus der Kamera kommen, vertragen sie erst mal kein Licht, das war früher anders und die Farbqualität und Haltbarkeit sind noch ausbaubar. Trotzdem finde ich es absolut großartig, dieses Impossible Projekt. Eine neue Fuiji Instax ist eben keine Polaroid, ihr fehlt die Seele, die Geschichte und der Charme. Ich finde, die Instax sehen aus, als wäre Hello Kitty in einen Plastik-Eimer gefallen und diese Mini-Film-Formate sind häßlich. Insofern hoffe ich, dass viele Leute sich neu in die Polaroid verlieben, damit das Impossible Projekt genug Umsatz macht, um in Forschung & Entwicklung investieren zu können…. und irgendwann haben die Filme vielleicht wieder die alte Qualität. Krrrrr- whorrrr.